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Podcast Episode 9: Nachhaltigkeitsbewertung

In der letzten Episode von leicht verpackt, dem Podcast rund um Recycling mit Künstlicher Intelligenz, ziehen wir Bilanz: Wie kann festgestellt werden, ob neue Konzepte und Technologien tatsächlich nachhaltig sind?

 

Das wichtigste Ziel des Recyclingprozesses ist, eine nachhaltigere Welt zu gestalten. Um zu messen, ob dies gelingt, kann die Nachhaltigkeit eines Projektes bewertet werden. Unterschieden wird zwischen objektiver und subjektiver Nachhaltigkeitsbewertung. 

Objektive Nachhaltigkeitsbewertung ist immer kontextabhängig, da verschiedene Indikatoren zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können. Hinzu kommen Herausforderungen wie Datenverfügbarkeit und die Vergleichbarkeit verschiedener Studien. Gleichzeitig müssen bei einer Ökobilanz bestimmte Normen angewendet werden, erklärt Dr. Alice Lopes von der TU Darmstadt: 

“Die Ökobilanzierung ist bereits standardisiert. Dafür gibt es eine Norm, die weltweit anerkannt ist, die ISO 1440. Da sind schon beschrieben, welche Schritte man durchgehen muss, um die Ökobilanzierung durchzuführen. Es gibt vier Schritte, vier Phasen, die man in einer Ökobilanz betrachten muss, und zwar die Festlegung des Ziels und des Untersuchungsrahmens, die Sachbilanz, Wirkungsabschätzung und die Auswertung.”

Doch Nachhaltigkeit ist nicht nur eine Frage objektiver Messwerte. Deshalb wird im KI-Hub auch die subjektive Wahrnehmung von Verbraucher*innenuntersucht. Jan Körkemeyer von der RWTH Aachen berichtet, wie Verpackungen in Studien getestet werden: Wie nehmen Konsument*innen recycelte Materialien wahr? Und welche Eigenschaften machen eine Verpackung nachhaltig und qualitativ hochwertig? 

Nachhaltigkeit wird zunehmend als Qualitätsmerkmal betrachtet, weshalb es wichtig ist, nachhaltige Verpackungen so zu gestalten, dass sie für Verbraucher*innen genauso attraktiv sind wie herkömmliche Alternativen. Jan Körkemeyer erläutert:

„Deswegen betrachten wir eben im Projekt nicht nur klassisch die Nachhaltigkeitswahrnehmung, sondern möchten das auch in Verbindung bringen mit der Qualitätswahrnehmung, um dafür zu sorgen, dass objektiv nachhaltige Verpackungen, die unter Umständen andere Eigenschaften aufweisen als Verpackungen aus Virgin-Material, eben trotzdem für den Kunden genauso ansprechend sind wie Virgin Materialien, bzw. dem Kunden eben gefallen und dass er eben diesen zu nachhaltigen oder objektiv nachhaltigen Verpackungen auch greift.“ 

Eine perfekte Kunststoffverpackung erfordert also, dass recyceltes Material nicht nur umweltfreundlich, sondern auch für Verbraucher*innen attraktiv ist. Um dies zu ermöglichen, müssen Wissenschaft, Industrie und Verpackungsdesigner*innen miteinander zusammenarbeiten. Projekte wie der KI-Hub Kunststoffverpackungen zeigen, dass das möglich ist.

 

Jetzt reinhören:

 

In Episode 9 hört ihr:

Im Interview: 

 

Moderation: Tami Kelling, Gesellschaft für Informatik e.V.

Sprecher Yogi: Daniel Schlichter

Redaktion:

- Konzept und Inhalt: Maike Klein

- Interview: Tami Kelling, Esther Blondel

- Yogi-Story: Maike Klein