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Podcast Episode 7: Von Verpackung zu Granulat

Was passiert, bevor entsorgter Kunststoff zu neuem Rohstoff wird? In der Episode 7 von "leicht verpackt" kommen Chemiker*innen vom Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit in Darmstadt zu Wort.

Pia Klingenberg beschreibt den Transformationsprozess von Kunststoffverpackungen zu wiederverwertbarem Material: Die gesammelten Materialien werden in verschiedene Kunststoffarten getrennt, zerkleinert und mehrmals gewaschen, um Verunreinigungen zu entfernen. Dann werden sie eingeschmolzen, um daraus Granulat zu formen – das sogenannte Rezyklat. 

Dieser Prozess wird als mechanisches Recycling bezeichnet und ist die gängigste Methode, um Kunststoffe wiederzuverwerten. Das fertige Rezyklat liegt in granularer Form vor – als kleine Schnipsel oder Perlen – und kann für neue Produkte eingesetzt werden. Dies ist aber nicht die einzige Methode, um aus einer alten Kunststoffverpackung eine neue zu machen, so Pia Klingenberg: 

"Es gibt auch noch mehr Methoden, wie man Rezyklate herstellen kann. Wir haben da z. B. auch im Konsortium das Lösungsmittelbasierte Recycling. Es gibt auch chemisches Reccling, da werden die chemischen Bindungen aufgebrochen. Man bekommt dann die Ausgangsstoffe wieder zurück. Daraus kann man eben wieder etwas Neues herstellen." 

Die Qualität des Rezyklats hat einen Einfluss auf den Endprodukt. Simon Gölden erklärt, wie Granulat überprüft wird, bevor die Verpackung wieder auf den Markt gebracht werden darf. Die Kunststoffverpackung soll zwar gut aussehen und riechen, doch sie muss vor allem widerstandsfähig und gesundheitlich sicher sein. Deswegen ist der Prozess reglementiert.

"Grundsätzlich dürfen Rezyklate nicht in Lebensmittelkontaktanwendungen kommen. Einfach, weil die Befürchtung besteht, dass immer noch in einzelnen Chargen gesundheitsschädliche Substanzen vorhanden sind, die entweder aus alten Produkten stammen oder Abbauprodukte sind."

Dr. Simon Gölden

Yogi, der Joghurtbecher, kann bislang also nur davon träumen, wieder ein Joghurtbecher zu werden. Viel wahrscheinlicher ist, dass er in etwas anderes verwandelt wird, z. B. eine Verpackung für Schrauben oder Spielzeug.

 

Jetzt reinhören:

 

In Episode 7 hört ihr:

Im Interview: Pia Klingenberg und Dr. Simon Gölden, vom Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Moderation: Tami Kelling, Gesellschaft für Informatik e.V.

Sprecher Yogi: Daniel Schlichter

Redaktion: 

- Konzept und Inhalt: Maike Klein

- Interview: Tami Kelling, Esther Blondel

- Yogi-Story: Maike Klein

Yogi wurde zu Rezyklat gemacht.