Podcast Episode 2: Mülltrennung: Wer trägt Verantwortung?
In der zweiten Episode des Podcasts „leicht verpackt“ dreht sich alles um die richtige Entsorgung von Abfall und die Frage, wer dafür eigentlich verantwortlich ist.
Die richtige Entsorgung von Abfall ist eine komplexe Aufgabe, die nicht nur von den Verbraucher*innen, sondern auch den Entsorgungs-Unternehmen gelöst werden muss – zum Beispiel mit neuen Technologien. Beispielsweise werden in der Mülltonne Sensoren verbaut, um ihren Füllstand zu erfassen und dem Entsorger mitzuteilen, ob die Mülltonne bei der nächsten Fahrt schon abgeholt werden muss oder nicht. Ziel ist die Einsparung von Ressourcen.
Da Mensch und Technologie immer mehr zusammenarbeiten, reicht es zur Bewertung der Maßnahme aber nicht, nur zu schauen, ob die Sensoren funktionieren. Darüber hinaus ist es wichtig zu beobachten, wie die Menschen mit den Technologien interagieren. Das macht Alena Bleicher zusammen mit ihrem Team aus der Hochschule Harz. Sie untersuchen, wie sich durch die Nutzung einer Technologie die Technologien selbst, aber auch das Handeln der Mitarbeitenden, verändern. Die Interaktionen mit in Mülltonnen verbauten Sensoren liefern hier ein interessantes Ergebnis:
„Es stellt sich heraus, dass die Sensoren in den Müllbehältern nicht so gute Daten liefern, wie man vielleicht bräuchte. Also beispielsweise die Mülltonne wird als voll gemeldet, aber in Wirklichkeit verdeckt eine Plastiktüte den Sensor. Dann konnten wir beobachten, dass Routinen oder Praktiken entwickelt werden, in denen Müllfahrende sozusagen die Arbeit des Sensors überprüfen.“
Ohne die Menschen würde die Sensortechnologie also gar nicht unbedingt ein hilfreiches Ergebnis liefern können. Grundsätzlich ist es aber richtig und wichtig, dass die Entsorger sich darum kümmern, dass Abfall besser entsorgt und somit auch besser recycelt werden kann. Die Verantwortung der Konsument*innen ist hier nämlich begrenzt, wie Alena Bleicher betont:
„Was uns aber auffällt in der Forschung, in diesem Bereich Abfallmanagement, ist, dass sehr häufig auf die Verantwortung der Konsumenten verwiesen wird. Da ist mein Eindruck, dass die sehr starke Betonung der Konsumentenverantwortung eben beim Thema Abfallproduktion und Entsorgung durchaus die tatsächliche Handlungsmacht der Konsumentin etwas überschätzt. ”
Mehr über Mensch-Technik-Interaktion im Abfallmanagement und zu Dimensionen der Nachhaltigkeit erfahrt ihr in der zweiten Episode von „leicht verpackt“.
Jetzt reinhören:
In Episode 2 hört ihr:
- Im Interview: Prof. Dr. Alena Bleicher, Hochschule Harz
- Moderation: Tami Kelling, Gesellschaft für Informatik e.V.
- Sprecher Yogi: Daniel Schlichter
Redaktion:
- Konzept und Inhalt: Tami Kelling
- Interviews: Tami Kelling, Esther Blondel
- Yogi-Story: Maike Klein
Weiterführende Links:
Hier erfahrt ihr mehr zur sozialwissenschaftlichen Forschung von Prof. Dr. Alena Bleicher, Dr. Diana Ayeh, Charlotte Benedix (M.A.) und Lina-Sofie Schöne an der Hochschule Harz.
Mit den wichtigsten Daten und Fakten zur Mülltrennung, darunter die von Tami erwähnte Anzahl der Fehlwürfe, hat sich die Initiative mülltrennung-wirkt.de befasst. Nachzulesen hier.
Neugierig, wie es weitergeht? In der nächsten Folge wollen wir wissen, inwiefern Abfall unsere Privatsache ist. Außerdem geht es um Betrugsmaschen rund um die wertvollen Daten, die in der Mülltonne landen.

